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Das Wochenende rund um den ersten
Monatswechsel des Jahres markierte zugleich Lynns ersten
Geburtstag. Am Freitag und Samstag wurde so wild gefeiert, wie
es das nun Kleinkind-Gemüt hergab. Das machte Lynn und auch die
Eltern glücklich. Erschöpft war man nach diesem Marathon aus
vorbereiten, feiern und aufräumen natürlich trotzdem. So packte
ich mir meine nun ein Jahr und zwei Tage alte Tochter am frühen
Sonntagnachmittag und brach mit ihr in Richtung Niederlande auf.
Nach elf Spielen im ersten Lebensjahr sollte Lynns Hoppingreise
in einem stattlichen Tempo weitergehen. Wir begannen langsam und
steuerten mit der VV UNA ein sehr entspanntes Ziel an. Im
Eindhovener Vorort Veldhoven spielen die gelb-schwarzen Kicker
um Punkte in der viertklassigen Derde Divisie B. Die Abkürzung
„UNA“ die gegebenenfalls um die Zusätze „Voetbalvereinigung“,
den Ortsteil Zeelst und das Gründungsjahr 1929 ergänzt wird,
steht für: „Uitspanning Na Arbeid“. Erholung nach der Arbeit –
es gibt Vereinsnamen die mehr Dynamik und Ambitionen beinhalten.
Immerhin waren Lynn und ich motiviert. So
führte uns unser erster Weg nach der gut einstündigen Anreise
ins Vereinsheim. Die Frituur des Clubs hatte dabei ein breiteres
Angebot an frittierten Leckerbissen als so mancher Imbiss in den
niederländischen Fußgängerzonen. Nachdem auch ein zwei Pommes
bei Lynn landeten, konnten wir entspannt die Sportanlage
betrachten. Viel gabs hier nicht zu sehen. Mit nur vier mehr
oder weniger gut gepflegten Plätzen, davon ein Hauptplatz mit
künstlichem Geläuf sowie einer bescheidenen Tribüne, rangiert
man eher am unteren Ende der Attraktivitätsskala vergleichbarer
Grounds in den Amateurklassen unseres westlichen Nachbarn. Hinzu
kam ein denkbar geringes Zuschauerinteresse. Obwohl die Partie
gegen das Spitzenteam VV Gemert ein Derby war, verirrten sich
nur etwas mehr als 100 Zuschauer in den Sportpark Zeelst. Der
Grund für die dürftige Kulisse war fünf Kilometer östlich und
drei Spielklassen höher auszumachen. Zeitgleich zu unserer
Partie fand das Eredivisie-Topspiel zwischen PSV und Feyenoord
statt.
Im PSV-Stadion führten die Hausherren nach
17 Minuten bereits 3:0. In den restlichen gut 70 Minuten
passierte nichts mehr, was für die Anzeigetafel von Relevanz
war. Bei der VV UNA lief es indes nicht so rosig wie beim großen
PSV. In der 17. Minuten waren es hier die Gäste aus Gemert, die
ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und früh das 0:2 markierten.
Zwei Mal tauchten die Angreifer der Gastmannschaft recht
ungestört vor dem UNA-Tor auf und hatten wenig Mühe zu
vollenden. Immerhin durchbrach ein sehenswerter Sonntagsschuss
der zuvor chancenlosen Hausherren zum Pausenpfiff den Müßiggang
in der eigentlich bereits entschiedenen Begegnung. Ich hatte bis
dato Glück, dass ich alle drei Treffer sah, obwohl ich viel
damit beschäftigt war Lynns Bewegungsdrang zu begleiten. Im
zweiten Durchgang drückte Gemert auf die bequemere 3:1-Führung.
Dabei ließ man reihenweise gute Chancen fahrlässig liegen, ehe
man in den Schlussminuten doppelt zuschlug und immerhin nicht
bis zum Abpfiff zittern musste.
Das recht einseitige 1:4 bei teils frühlingshaftem Wetter
und in entspannter Atmosphäre, war genau das, was wir an diesem
Sonntag brauchten.
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