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Eigentlich etwas aus der Not heraus
geboren, öffnete ich mich im vergangenen Jahr für die
zweigleisigen Amateurklassen in Belgien und den Niederlanden.
Warum auch nicht? Die Ligen drüber sind üblicherweise bereits
komplettiert und die Amateurclubs unserer westlichen Nachbarn
bieten mehr Drumherum als der durchschnittliche deutsche
Oberligist. Die Entfernungen sind meist überschaubar, wodurch
sich wunderbar ein Tagesausflug mit der Familie rund um ein
niederländisches Viertligaspiel stricken lässt. Mittlerweile bin
ich auch hier so weit vorangeschritten, dass ich sicherlich über
kurz oder lang eine Komplettierung anstreben werde. Noch steht
jedoch das Hier und Jetzt im Vordergrund. So fanden Alex, Lynn
und ich uns am Sonntagmorgen auf der A3 in Richtung Nordwesten
wieder. Das erste Ziel des Tages war der Utrechter Hügelrücken.
Hier hatte ich inmitten der abwechslungsreichen Wald- und
Heidelandschaft eine knapp zehn Kilometer lange Wanderroute
gefunden, die uns zur Mittagszeit gut zwei Stunden beschäftigte
und durchaus auspowerte.
Im Anschluss wurde es mit dem Anpfiff auf
Utrechter Stadtgebiet denkbar knapp. Fünf Minuten vor dem Beginn
der Partie zwischen dem USV Hercules und dem VV Hoogeveen kamen
wir am Sportpark Voordorp an. Die Heimat der Viertliga-Amateure
umfasste wie immer mehrere Rasen- und Kunstrasenplätze, eine
Tribüne und ein schmuckes Vereinsheim, in das sich Alex und Lynn
alsbald zurückzogen. Ich harrte indes noch etwas am Platz aus,
ehe auch ich den kalten Wind zweitweise gegen das warme Clubhaus
und eine Portion Pommes tauschte. Zum Glück war ich recht lange
standhaft, sodass ich die ersten drei Tore am Platz bestaunen
konnte. Den Beginn machte ein abgefälschter Freistoß, der den
Hausherren bereits in der zweiten Spielminute die Führung
brachte. Nur sechs Minuten später stand es sogar 2:0, nachdem
USV-Kicker van Eldik einen Lattentreffer seines Teamkollegen im
Nachsetzen konsequent verwandelte. Viele Zuschauer waren bei
beiden Treffern noch gar nicht hinter der Bande, da im
Vereinsheim die letzten Minuten der Eredivisie-Partie zwischen
dem FC Utrecht und Feyenoord übertragen wurde (0:1). Mehr Freude
hatte man zu diesem Zeitpunkt am Geschehen vor Ort, das man so
nicht erwarten konnte.
Die favorisierten Gäste aus Hoogeveen
hatten dem Katastrophenstart jedoch etwas entgegenzusetzen. So
prangte bereits in der 25. Minute ein dickes 2:2 auf der
digitalen Anzeigetafel. Spätestens in der Defensive wurden die
Schwächen der Heimelf immer stärker sichtbar. In den kommenden
Spielminuten, auch nach Wiederanpfiff verabschiedete sich die
Begegnung vom erhofften Schützenfest. Zwar blieb es spannend,
unterhaltsam und gefährlich – weiter Tore fehlten jetzt
trotzdem. So mussten alle Interessierten bis zur 75. Minute auf
den nächsten Treffer warten. Den Kopfball von Hercules-Stürmer
Bastmeijer erlebte ich im Vereinsheim mit einem heißen Tee in
der Hand. Dort informierte ich mich auch über den anstehenden
Umbau des Hauptplatzes. So will man die alte Tribüne ersetzen
und den Rasen durch künstliches Geläuf ersetzen. Mit dem
leistungsgerechten 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit im Rücken
brachen wir auf. Ein weiteres gutes Kapitel im niederländischen
Amateurfußball.
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