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Wer hätte das gedacht, als ich in der
C-Jugend glücklich ohne Ende auf das gerade beendete
Auswärtsspiel in Klosterfelde zurückblickte. Meine Jungs und ich
hatten die Truppe aus dem Wandlitzer Ortsteil gerade ordentlich
vermöbelt und mir gelangen acht Buden – falls mich meine
Erinnerung nicht täuscht. Der Sportverein aus dem beschaulichen
Klosterfelde war eben nicht mehr und nicht weniger, als ein Klub
auf den man jedes Jahr zwei Mal trifft und meist die Nase vorn
hat. Seit zirka und 15 Jahren und somit seitdem ich meine Heimat
verlassen habe, ging es für die SG Union stetig bergauf. Ich
habe die Erfolge, wenn überhaupt, nun nur noch mit einem Auge
verfolgt und hätte es nicht für möglich gehalten, dass
Klosterfelde irgendwann die Flagge des Landkreises Barnim im
Fußballzirkus hochhält. Anders als ihr Vorgänger aus Ahrensfelde
scheint sich die Union in der Oberliga etablieren zu wollen.
Nach etwas mehr als der Hälfte der Saison begrüßte man den FC
Anker Wismar am letzten Freitagabend im Februar als stolzer
Tabellenvierter.
Grund genug für mich, den Heimatbesuch mit
einer Stippvisite auf der Sportanlage an der Mühlenstraße zu
verbinden. Auch hier hatte sich einiges getan und zwischen den
beiden Großfeldern war eine stattliche Tribüne entstanden. Der
Zuschauerzuspruch honorierte die sportliche Leistung und
sicherlich auch die Infrastruktur, sodass es an diesem milden
Frühlingsabend rund um den Kunstrasenplatz recht wuselig wurde.
Und da ist er auch, der einzige kleine Makel an meinem spontanen
Besuch. Leider wurde nach dem harten Winter noch nicht auf dem
Hauptplatz gespielt. So liefen die Teams aus dem Barnim und aus
Mecklenburg ziemlich zeitig auf dem künstlichen Geläuf ein.
Sicherlich ein Nachteil für die Gäste von der Ostseeküste, die
im heimischen Kurt-Bürger-Stadion größere Dimensionen und
Naturrasen gewohnt sind. So hatten es die Hausherren von Beginn
an etwas leichter. Die quirligen und technisch versierten
Spieler der Union behielten folgerichtig das Heft in der Hand.
Kurz vor der Pause sollte sich die Überlegenheit für die
Hausherren auszahlen.
Ich hatte gerade mein obligatorisches Bier
in der Hand und bestellte am Imbiss hinter der Tribüne eine
Soljanka, als ein erster Jubel die Stille durchbrach. Auch wenn
der FC Anker ein Dutzend Schlachtenbummler im Gepäck hatte, war
mir schnell klar: Klosterfelde hatte getroffen (41.). Tor
verpasst, aber immerhin war meine
Soljanka-am-Sportplatz-Premiere fast greifbar. Da klingelte es
direkt ein zweites Mal (42.). Nun ging es Schlag auf Schlag und
ich war froh, dass ich das Tor zum 3:0 (42.), einen direkt
verwandelten Freistoß, mit dem Soljanka-Teller in der Hand live
miterleben durfte. In viel weniger Zeit kann man ein Spiel wohl
nicht entscheiden. Bevor es weitergeht, die säuerlich-scharfe
ostdeutsche Signature-Suppe war die beiden verpassten Tore
durchaus wert. Auch der vierte und letzte Treffer des Abends
fiel rund um die Halbzeitpause. Direkt nach dieser kamen die
Gäste etwas glücklich zum Ehrentreffer (48.). Ein kleiner
Schönheitsfleck auf dem klaren Erfolg der Klosterfelder Truppe.
Ich bin gespannt, wie nachhaltig das wohl vor allem finanzielle
Engagement bei der SG Union angelegt ist und wo die Reise für
die Barnimer hingehen wird.
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