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Aus der Brandenburger Ferne schaute ich mit
meiner Mutter und Alex das Schalker Auswärtsspiel in Fürth im
Fernsehen. Der S04 nahm im „Topspiel“ dank eines Traumtores von
Ljubicic immerhin einen Punkt vom Tabellenletzten mit in den
Ruhrpott. Wenn auch etwas ernüchtert, grüßte man weiterhin von
der Tabellenspitze. Mit der Arminia hatte man an diesem Freitag
abermals einen Gegner vor der Brust, der nicht unbedingt zu den
Spitzenteams der Liga gehört. Zum Glück ging es für das Duell
mit den Ostwestfalen wieder in die Arena. Bei der Partie in
Fürth musste ich nämlich wieder feststellen, wie langweilig ein
Fußballspiel vorm Fernseher ist – selbst mit Schalker
Beteiligung. Zu einem echten Spieltag gehört es eben mit dazu,
sich in den freitäglichen Feierabendverkehr auf der A42 zu
stellen. Oder einen leckeren Mantateller am Parkplatz zu
verputzen. Bei weiterhin wunderbarem Frühlingswetter freut man
sich sowieso noch einen Funken mehr auf den anstehenden
Stadionbesuch.
In „unserer“ Ecke der Nordkurve versammelte
sich an diesem Abend nach langer Zeit mal wieder die ziemlich
volle Kapelle mit Kirsten, Torsten, Andre, Flo und uns. Während
wir die Zeit bis zum Anpfiff lebhaft verquatschten,
positionierten sich in der gesamten Nordkurve Jungs mit
Sturmhauben, die die anstehende Pyroshow zum Einlaufen der Teams
bereits früh ankündigten. So war die Kurve um halb sieben
vollständig eingenebelt. Zudem bildeten mehrere Blinker hinter
der Rauchwand den Schriftzug „S04“. Nachdem der voll besetzte
Gästeblock sich vor dem Anpfiff einige Male Gehör verschafft
hatte, übernahmen nun wir Hausherren. Das spürbare Stimmungstief
aus den Spielen gegen Lautern und Bochum schien ebenso
überwunden wie das sportliche Tal rund um den Jahreswechsel.
Natürlich half in beiden Punkten Dzekos früher Treffer zum 1:0
(15.). Schalkes Superstar verwertete Ayhans Latten-Kopfball
souverän und staubte ganz klassisch ab. So selbstverständlich
war die Führung zu diesem Zeitpunkt nicht, da eigentlich der DSC
bis dato das Spiel bestimmte. Nach dem Tor flachte die Partie
merklich ab, ehe die Knappen vor dem Pausenpfiff einige
Möglichkeiten zum 2:0 liegen ließen.
Der zweite Durchgang begann so, wie der
erste geendet hatte. Der S04 war phasenweise drückend überlegen.
Dies äußerte sich zum Beispiel in den neun Eckstößen, die man
sich erspielte. Immerhin hatte eine Ecke das 1:0 gebracht. Hinzu
kamen gefühlt zwei Dutzend langer Einwürfe von Timo Becker, die
man mit viel Wohlwollen den Eckbällen gleichsetzen könnte. Doch
die Überlegenheit der Heimelf schraubte leider nicht das
Ergebnis nach oben. So erlebte ich fast ein Deja-vu und dachte
an das Hinspiel auf der Alm. Schalke war damals nicht so
drückend überlegen, aber auch in Bielefeld war die Führung knapp
und konnte nur mit Ach und Krach über die Zeit gerettet werden.
Das war oft die Art und Weise wie Königsblau in der grandiosen
Hinrunde seine Spiele gewann. Trotzdem war die Anspannung
natürlich denkbar groß. Umso schöner, wenn man nach 90 Minuten
plus Nachspielzeit drei Punkte mehr auf dem Konto hat und
halbwegs entspannt auf die Spiele der Konkurrenz gucken kann.
Spitzenreiter. Aufstiegsrennen. Noch neun Spiele!
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