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Das Schalker Heimspiel gegen Hannover wäre
mal wieder so ein Spiel, nach dem ich mir noch vor einigen
Jahren das Tippen des Spielberichts erspart hätte. Mit Frust,
Wut oder auch Enttäuschung in die Tasten zu hauen kann einen
aber wohl auch von diesen Emotionen befreien. Habe ich gehört.
Dabei sah alles so gut aus. Das Duell mit den Niedersachsen war
das erste der noch vier anstehenden Treffen des S04 mit den
Teams aus der fünfköpfigen Spitzengruppe der 2. Liga. Zuvor
waren sowohl Darmstadt, Elversberg und Paderborn „gestolpert“,
sodass ein Schalker Sieg heute fünf Punkte Vorsprung auf den
Relegationsplatz bedeutet hätte. In der Halbzeitpause war dieser
dann zum Greifen nah. Die Knappen dominierten denkbar harmlose
96er, die an diesem Sonntagnachmittag nicht wie ein Spitzenteam
auftraten. Bis auf eine vom wieder genesenen Karius vereitelte
Großchance (22.) hatte Hannover erschreckend wenig zu bieten.
Ganz anders Königsblau. Phasenweise war das Fußball zum mit der
Zunge schnalzen. Folgerichtig führte man nach den schön
herausgespielten Treffern von Dzeko (29.) und Karaman (38.) zur
Pause mit 2:0.
Die Führung, ja meinetwegen auch der Sieg,
waren bereits zu diesem Zeitpunkt so ungefährdet, dass selbst
der S04 das nicht mehr vermasseln konnte. Zudem fand ich lobende
Worte für den bis dato souverän agierenden Schiedsrichter. Das
eben jener, Jurist Dr. Barun aus dem Bergischen, mit einem Plot
Twist aufwarten würde, konnte vor dem Wiederanpfiff noch niemand
ahnen. Vorweg, es ist nie gut, wenn der Referee das Drehbuch
schreibt. Wir springen in die 52. Spielminute in der
Schalke-Stürmer Dzeko im Drehen den Ball runternehmen möchte und
stattdessen den in seinem Rücken stehenden Chakroun auf
Bauchhöhe trifft. Das ist nicht schön, tut kurz weh und passiert
so an jedem Wochenende auf den Sportplätzen zwischen Aachen und
Cottbus dutzende Male. Es sah so aus, als würden das alle
Beteiligten genauso sehen. Dzeko entschuldigte sich umgehend für
seinen unglücklichen Einsatz und die Spieler der Gäste sahen
keinen Grund für Protest und legten sich den Ball zum Freistoß
bereit, als Dr. Braun aus dem nichts die Rote Karte zückte.
Was. Zur. Hölle. Jeder der jemals Fußball
gespielt hat oder auch nur ein paar Spiele gesehen hat
schüttelte mit dem Kopf. Unglaublich. Der Ärger über die
Unterzahl war dabei ebenso groß wie der Blick in die Zukunft und
die anstehende Sperre. Ach so, wo war eigentlich der verdammte
VAR, als man ihn brauchte, um diese wahnwitzige Entscheidung zu
korrigieren? Doch Schalke spielte das zehn gegen elf klasse
herunter und hatte die Gäste weiterhin gut im Griff. Zehn
Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit stieg Katic im
eigenen Strafraum unnötig hart gegen Hannovers Nkili ein.
Strafstoß (und auch dieser brachte seine Zweifler mit sich…).
Karius hält! Irre! Doof nur, dass die anschließende Ecke zum
Torerfolg für die Niedersachsen führte. Dem ganzen musste
Regisseur Dr. Braum dann natürlich noch die Krone aufsetzen und
verlängerte dafür sogar die siebenminütige Nachspielzeit. In der
98. Spielminute erzielte Hannover unter Karius‘ freundlicher
Mithilfe tatsächlich den Ausgleich. Die Seite ist
vollgeschrieben und ich bin noch immer stinkwütend. Klasse.
Scheiß DFB!
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