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Oberliga-Grounds können ganz schön trostlos
sein. In Nordrhein-Westfalen findet man am Mittel- und
Niederrhein sowie in Westfalen viele schnöde Kunstrasenplätze
ohne oder mit nur provisorischem Ausbau. Natürlich gibt es hier
und da auch ein paar Perlen, die von der glorreichen
Vergangenheit gefallener Clubs erzählen. Eine weitere Kategorie
sind die weitläufigen Wiesen einiger Amateurvereine. So oder so
müssen die Plätze alle gemacht werden. Daher lag es auf der
Hand, dass Alex, Lynn und ich auf der sonntäglichen Rückfahrt
aus Brandenburg die Gelegenheit nutzten, mit Rot-Weiß Maaslingen
einen Oberliga-Aufsteiger auf dem Weg abzuhaken. Eine Anreise
eigens aus Duisburg wäre auch ein ziemlich wilder Ritt gewesen.
Maaslingen ist ein denkbar kleiner Ortsteil der Stadt
Petershagen im äußersten Nordosten NRWs. Trotz der nur 428
Einwohner beheimatet das Dorf den größten und mit Abstand
erfolgreichsten Fußballverein Petershagens. Wie ländlich es
wurde, zeigte sich bereits bei der Parkplatzsituation. Die Autos
wurden frei Schnauze und somit recht wild an der Hauptstraße
abgestellt. Diese mussten im Übrigen auch die Mannschaften auf
ihrem Weg vom Kabinentrakt zum Platz überqueren.
Trotz der auf den ersten Blick widrigen
Umstände, sollte der Ground des RWM viele positive Marken
setzen. Da wäre beispielsweise die Gastlichkeit. Das gegnerische
Team aus Vreden wurde mit einer Grußbotschaft an der Kabine
willkommen geheißen und für Lynn gabs am Einlass Sticker vom
Maskottchen „Ösperix“. Der kleine Weser-Zufluss war auch
namensgebend für die Anlage, den Spitznamen des Teams („Ösper
Jungs“) und die Mantaplatte, die hier „Ösper Platte“ heißt. Der
Sportplatz selbst war ein Paradebeispiel für liebevolle
Gestaltung und Familienfreundlichkeit. Für Lynn gabs ein
Klettergerüst mit Sandkasten, ein Trampolin und sogar eine
Bücherecke. Für die Erwachsenen standen drei kleine Tribünen und
mehrere überdachte Stehbereiche bereit. Ich könnte hierzu
weitermachen, will aber zusammenfassen, dass sich hier wirklich
jemand Gedanken gemacht hat und einen tollen stimmungsvollen
Sportplatz auf die große Wiese gezaubert hat. Ich geriet von
Beginn an ernsthaft ins Schwärmen.
Und da hatte die wilde Fahrt auf dem Rasen
noch nicht mal angefangen. Maaslingen empfing die etablierte Elf
aus dem Kreis Borken, die nach zwei Siegen aus zwei Spielen
etwas überraschend als Klassenprimus anreiste. Statt der breiten
Brust gab es schon früh den großen Frust. Maaslingen schenkte
Vreden in der ersten Halbzeit stolze drei Dinger ein und sorgte
für viele Spannungen im Mannschaftsgefüge der Gäste. Während das
heimische Publikum bestens unterhalten jubelte, sprachen die
Blicke beim amtierenden Tabellenführer Bände. Umso
überraschender das andere Gesicht in Durchgang zwei. Nach einem
frühen Doppelschlag der Gäste (50. und 52.) schien die Partie zu
kippen. Ich glaubte aufgrund des viel beschworenen „Momentums“
an ein episches Comeback. Stattdessen machten die in schwarz
spielenden Rot-Weißen in der Schlussviertelstunde alles klar und
stellten den alten Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Was soll ich
sagen, hier und heute passte tatsächlich alles. Dementsprechend
zufrieden, aber auch müde, ging es für uns auf die letzte Etappe
zurück in Richtung Ruhrgebiet.
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