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In der nach von Samstag auf Sonntag brachte
mich der Flieger aus Manchester zwar sicher, aber nicht
pünktlich zurück nach Köln. Zwei Stunden Verspätung sorgten
dafür, dass ich erst um kurz vor zwei im Bett lag und Lynn tat
ihr Übriges, dass meine Nachtruhe bereits am frühen Morgen ihr
Ende fand. Auch wenn etwas mehr Schlaf schön gewesen wäre, war
Ruhe natürlich keine Option. Stattdessen machten wir uns nach
Lynns Mittagsschlaf auf den Weg nach Solingen und stoppten dort
zuerst in der Ohligser Heide. Diese kannte ich bisher nur durch
den gleichnamigen Rastplatz an der A3, der nicht selten für eine
Pinkelpause auf dem Weg nach Hause herhalten musste. Bei meiner
Suche nach Aktivitäten in der Klingenstadt stieß ich dann jedoch
auf das weitläufige Erholungsgebiet, das unter anderem einen
riesigen Spielplatz umfasst. Hier konnte sich der Nachwuchs nach
allen Regeln der Kunst austoben. Auch das Wetter spielte mit und
statt Sweatshirts und Jacken hätten wir besser Sonnencreme
einpacken sollen. So oder so fühlte es sich gut an, einen der
wohl letzten sommerlichen Tage vorwiegend draußen zu verbringen.
Das anschließende Ziel sollte mich
schließlich der erneuten Komplettierung der niederrheinischen
Oberliga-Staffel näherbringen. Dafür ging es in den Solinger
Stadtteil Wald auf die Bernd-Kurzrock-Sportanlage. Der
Kunstrasenplatz ist die Heimat des Aufsteigers 1. Spvg.
Solingen-Wald 03 und gehört zu den gehobenen Spielstätten dieser
Art. Immerhin befanden sich auf einer Längsseite drei Stehstufen
und auf der gegenüberliegenden Seite ein steiler Wall, der
einigen sportlichen Zuschauern ebenfalls als Stehplatzbereich
diente. Ob die Anlage so toll ist, dass sich 12 Euro Eintritt
für Vollzahler rechtfertigen lassen? Sicherlich nicht. Damit
verlangt der Neu-Oberligist zwei bis drei Euro mehr als die
Konkurrenz und nur fünf Euro weniger als der Bundesligist
Schalke 04. Irre. Aber was solls, man gönnt sich ja auch alles
und natürlich wird die vollständige Oberliga Niederrhein nicht
an ein paar Kröten scheitern. Trotzdem bleibt es verwunderlich,
dass sich für diesen Preis offiziell 500 Zuschauer in der
„03-Arena“ einfanden. Sonderlich zahlungskräftig wirkte das
Publikum indes nicht und gehörte vornehmlich dem Sternzeichen
„E-Zigarette“ an. Wenn das jemandem auffällt, der im Duisburger
Norden wohnt, ist das alles andere als ein Qualitätsmerkmal.
Die wenigen Gästefans, die es heute mit den
Baumberger Sportfreunden hielten, hoben das Niveau nicht
wirklich an. Stattdessen vernahm man hier, neben den
nervtötenden Gesangsdarbietungen, vorfreudige Kommentare in
Bezug auf den wohl anstehenden Wahlsieg der Faschos in
Sachsen-Anhalt. Eine insgesamt traurige Szenerie. Immerhin bekam
der neutrale Beobachter einen torreichen Fünftliga-Kick geboten.
Baumberg schien sich nach einer bescheidenen Vorsaison gefangen
zu haben und mischt nach dem heutigen, jederzeit ungefährdeten
und klaren 4:1-Sieg weiter oben mit. Noch ist nicht abzusehen,
wie nachhaltig dieser Höhenflug ist. Der noch recht junge
Solinger Fusionsverein, der nicht 2003, sondern 2006 (sic!)
erschaffen wurde, tut sich nach zwei Aufstiegen in Folge schwer
in der neuen Liga und findet sich bereits früh im Tabellenkeller
wieder. Dort ist man nicht allein und hat einen prominenten
Nachbarn. Tatsächlich steht der große Wuppertaler SV nach dem
Abstieg noch schlechter da und weist bei 1:7 Toren vier
Niederlagen aus vier Spielen auf. Mir tun die Wuppertaler
Anhänger – ohne, dass ich hier irgendwelche Sympathien hege –
richtig leid. Da wirken die Schalker Krisen der letzten Jahre
fast wie ein Luxusproblem.
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