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Wappen Berliner Tennis Club Borussia 1902 TENNIS
BORUSSIA
1:1
(0:0)
OPTIK
RATHENOW
Wappen FSV Optik Rathenow 1991
 
  Tore:  
  0:1 Keles (57.)
  1:1 Gencel (60.)  
 
Freitag, 1. Mai 2026 14:00 Uhr
Stadion Wilmersdorf 717
Berlin-Charlottenburg-W., Berlin, DE Auto - 50 km ab Bernau bei Berlin
NOFV-Oberliga Nord (DE V) 27. Spieltag
6 Euro 23° C - sonnig
Bratwurst - 3 Euro 2x Bier (Warsteiner) 0,4l - 8 Euro
 
 
 
 
 
 
 
 

Das erste Mai-Wochenende wurde am Freitag mit dem Tag der Arbeit eingeläutet. Für jeden S04-Fan war der Maifeiertag der Aufgalopp in das, was am Samstag wohl kommen würde. Der S04 benötigte im Top-Spiel gegen Düsseldorf einen Sieg, um den mittlerweile sicher geglaubten Aufstieg zu besiegeln. Rund um dieses emotionale Ereignis, das drei größtenteils dunkle Zweitligajahre endlich beenden sollte, weilte ich jedoch nicht in Schlagdistanz zur Arena. Die Hochzeitsfeier meiner Schwester fand zeitgleich mit der großen Party auf Schalke in der mehrere hundert Kilometer entfernten Barnimer Provinz statt. Eine unglückliche Terminkollision, die vor etlichen Monaten natürlich noch nicht vorhersehbar war. So drehten sich meine Planungen am 1. Mai also nicht um den anstehenden Triumph FC Schalke, sondern um die Ankunft meiner Cousins, die aus Boston zur Hochzeitsfeier anreisten. Mein Auftrag und mein Ziel war es, die Jungs mittags vom Flughafen in Schönefeld abzuholen und möglichst reibungslos bis zum Abend zu beschäftigen. Während an der Location die ersten Gäste für die Party am Folgetag eintrafen und die letzten Vorbereitungen liefen, nahm ich Nolan und Ethan pünktlich in Empfang.

Der zeitliche Faktor spielte eine wichtigere Rolle, da ich den Nachmittag bereit vage durchgeplant hatte. Und natürlich beinhaltete mein Programm vordergründig den Besuch eines Fußballspiels. Über die Stadtautobahn(en) ging es für uns schnellstmöglich in den Berliner Westen nach Wilmersdorf oder – nimmt man es ganz genau – in den angrenzenden Ortsteil Schmargendorf. Hier bespielt der frühere Bundesligist Tennis Borussia als Exilant das Stadion Wilmersdorf. Kurz vor unserer Ankunft versüßte uns ein Treffen mit der berühmt berüchtigten Berliner Polizei den Tag. Am gefürchteten Maifeiertag hatten die Cops anscheinend genug Muße und Zeit, in einer 30er-Zone für Recht und Ordnung zu sorgen. 50 Euro ärmer und mit fünf Minuten mehr Verzögerung parkten wir das Auto und bestritten die letzten Meter zum Ground zu Fuß. Dabei erlebten wir trotz 25 Minuten Verspätung zumindest noch akustisch den Anpfiff mit. Auf dem Rasen waren die Football-Markierungen noch so präsent, dass die Referees vor allem rund um den Strafraum Probleme hatten, die für heute relevanten Linien für den Fußballsport zu erkennen. Fleißige Balljungen wuschen die betroffenen Markierungen aus dem Rasen und verhinderten eine im Raum stehende Absage der Partie.

Eine weitere Posse in einer schier endlosen Odyssee ums Stadion der Tennis Borussia. Der Traditionsclub darf sein seit jeher angestammtes Heim Mommsenstadion derzeit unter fadenscheinigen Begründungen des Bezirks nicht bespielen. So pilgerten an diesem Nachmittag gut 700 Zuschauer ins Stadion Wilmersdorf, wo mit TeBe und Optik Rathenow zwei Klubs aufeinandertrafen, die jeden Punkt im Abstiegskampf bitter benötigten. Zwischen den munteren Gesprächen mit den Jungs und den bei bestem Sommerwetter immer wieder notwendigen Gang zum Getränkestand, nahm ich die wegweisende Partie nur bedingt wahr. Was ich sah, war viel Kampf, in einem Spiel, das von der vorherrschenden Anspannung überlagert war. Die Hausherren konterten die Führung der Kahlisch-Elf (57.) nach drei Minuten mit einem schönen Tor aus 20 Metern. Die Punkteteilung im Keller half den Gästen aus dem Havelland dabei mehr als den etwas schlechter dastehenden West-Berlinern. Ich denke die Gäste aus den Staaten hatten ihren Spaß an Sommer, Sonne und Support und auch ich freute mich über ehrlichen Fußball im Schatten des anstehenden Schalker Aufstiegsspiels.