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Wappen Zipsendorfer FC Meuselwitz 1919 ZFC
MEUSELWITZ
0:4
(0:3)
CHEMIE
LEIPZIG
Wappen BSG Chemie Leipzig 1997
 
  Tore:  
  1:0 Ratifo (3.)
  2:0 Ratifo (25.)
  3:0 Ratifo (45.)
  4:0 Ratifo (51.)  
 
Sonntag, 3. Mai 2026 14:00 Uhr
Stadion Glaserkuppe 3.137
Meuselwitz, Thüringen, DE Auto - 280 km ab Bernau bei Berlin
Regionalliga Nordost (DE IV) 32. Spieltag
13 Euro - Stehplatz Kurve 26° C - sonnig
Krakauer - 3 Euro 1x Diesel + 1x Wasser je 0,4l - 5 Euro
 
(Ticket folgt)
 
 
 
 
 
 

Am Sonntag, zwei Tage nach dem Besuch bei TeBe, war die deutsche oder zumindest die königsblaue Fußballwelt eine etwas andere. Mit dem FC Schalke war am Vorabend einer der größten und der stimmungsvollste Klub des Landes in die Bundesliga zurückgekehrt. Statt der Emotionen vor Ort gab es für mich nach der Hochzeitsfeier die Retrospektive mit Hilfe etlicher stimmungsvoller Bilder und Videos in meinem Instagram-Feed. Auch heute gehörten der Tag und somit auch die Ablenkung mir und den Jungs aus Boston. Ich sackte Ethan zum gemeinsamen Katerfrühstück ein, das Nolan nach einem guten Auftritt am Glas (irgendwie mit Ansage) verpasste. Mit Ach und Krach gelang ihm später ein pünktliches Auschecken aus dem Hotel. Nachdem wir dann auch Nolan im Auto hatten, unterschied sich meine Planung nicht wesentlich vom Programm nach ihrer Ankunft am Samstag. Bei Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke, konnte ich das von mir ins Auge gefasste Fußballspiel gut als Alternative zu einer ausgiebigen Sightseeing-Tour verkaufen. Nun war es an mir, uns so flott wie möglich aus dem Barnim ins thüringische Meuselwitz zu bringen.

Da Nolan, wie bereits erwähnt, das Frühstück verpasst hatte, stoppten uns zuerst ein Halt bei McDonalds und später diverse Baustellen auf der A9. Trotzdem erreichten wir die Heimat des Regionalligisten im Thüringer Norden mit einer nur leichten Verspätung. Zu dritt ging es vom Parkplatz quer durch ein Feld zum Stadion Glaserkuppe, das fürs heutige Duell mit Chemie Leipzig zumindest im Sitzplatzbereich bereits ausverkauft war. Immerhin ging es auch hier für beide Teams ums nackte Überleben oder etwas sachlicher formuliert, um den Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost. Nachdem mein erster Blick der prall gefüllten BSG-Kurve galt, wanderte ein zweiter Blick auf die Anzeigetafel. Wir hatten bereits einen Treffer verpasst. Der Gast ging scheinbar früh in Führung. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich mein Ziel erreicht und meine Cousins staunten mit offenen Mündern über den stark aufgelegten Gästemob, der in der prallen Sonne singend und springend sein Team unterstützte. Das 2:0 fiel nach einer Ecke direkt vor unserer Nase (24.).

Nachdem wir uns am Wurststand verpflegt hatten, dürsteten meine Begleiter nach Wasser. Da beide mit doch recht unterschiedlichem Outcome am Vorabend an der Bar zugelangt hatten, konnte ich dieses Bedürfnis gut verstehen. Während Nolan im Block blieb, stellten sich Ethan und ich in eine der beiden schier endlosen Schlangen an einem der zwei Getränkestände. Ich werde es nie verstehen, wie man es nicht gebacken bekommen kann, an einem heißen Tag bei einem Topspiel – für das man auch den entsprechenden Zuschlag erhoben hat – für ausreichend Wasser, Bier und Brause zu sorgen. So verpassten wir auf unserer Mission das 3:0 per Elfmeter kurz vor der Pause, verbrachten eben jene ebenfalls in der Schlange und mussten uns auch beim 4:0 (51.) mit dem Blick auf den Jubel der überall im Stadion verteilten Chemiker „begnügen“. Irgendwann fanden wir vollgepackt mit Getränken den Weg zurück zu Nolan und einer Partie, die dermaßen entschieden war, dass die Akteure auf dem Rasen nur noch das Nötigste ablieferten. Auch wenn ich mich nicht daran erinnern kann, ein Spiel nahezu komplett in einer Schlange vorm Bierstand verbracht zu haben, war es trotzdem ein gelungener Trip. Zum Abschluss vor Ort beobachteten wir die Feierlichkeiten der glücklichen Gäste und klatschten mit den niedergeschlagenen ZFC-Akteuren ab. Dass Chemies Ratifo alle vier Treffer erzielte, lasen wir erst im Nachgang. Irre.