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Am Mittwoch der letzten Mai-Woche starteten
die Playoffs im niederländischen Amateurfußball. In bis zu drei
Runden kämpfen acht Teams um einen Platz in der Tweede Divisie
und 16 Mannschaften um vier Plätze in der viertklassigen Derde
Divisie. Hatte ich den Besuch eines der Hinspiele aufgrund eines
dienstlichen Termins verpasst, konnte ich für die Rückspiele am
Samstag aus dem Vollen schöpfen. Da die entscheidenden
Begegnungen teils nachmittags und teils abends angesetzt waren,
bot sich ein Doppler natürlich an. Für das erste Duell des
abermals sonnigen Tages fiel meine Wahl auf das Kräftemessen
zwischen den beiden Derde Divisie-Teams Ermelo und Rijnvogels.
Als Zweiter der A-Staffel und Viertplatzierter der B-Staffel
durften beide Mannschaften vom Aufstieg in die höchste
niederländische Amateurklasse träumen. Aber wie bereits
geschildert, der Flaschenhals ist eng und noch befinden wir uns
lediglich im Viertelfinale.
Eine Baustelle auf der A3 mitsamt einer
Vollsperrung in beide Richtungen, verlängerte meine Fahrtzeit in
Richtung der Gemeinde unweit des Veluwemeers um eine halbe
Stunde. Nach einem munteren Ritt über die Dörfer der Provinz
Gelderland schlug ich trotzdem zeitig in Ermelo auf. Rund um die
Tribüne und das dahinter liegende Klubhaus war schon mächtig was
los. Bereits vor dem Anpfiff sorgten Bier und die Sonne für die
ersten Suffzombies, die mir auf dem Weg über das Gelände
entgegenkamen. Die Gäste aus Katwijk, die beim von mir besuchten
Heimspiel keinerlei optische oder akustische Unterstützung
aufboten, hatten bereits raumgreifend geflaggt und waren
größtenteils oberkörperfrei unterwegs. Zum Start vor fast 2.000
Zuschauern begrüßte der Anhang von der Küste seine Elf mit
rot-weißen Konfetti-Kanonen. Das Selbstbewusstsein kann nicht
von ungefähr. Das Hinspiel hatten die Rijnvogels überraschend
mit 1:0 gewonnen.
Nach einem klassischen Fauxpas des
Stadionsprechers ging es in die bedeutsame Partie der Playoffs
zur Tweede Divisie. Diese leitete Referee Björn Kuiper, dem ich
schon häufiger auf den „Dorfplätzen“ begegnete. Auch heute wurde
er fälschlicherweise mit dem Namen des ehemaligen Star-Referees
Björn Kuipers angekündigt. Ist aber zugegeben auch eine fiese
Sache. Besser lief es indes für die Mannschaft der
gelb-schwarzen Hausherren. Nachdem deren gut aufgelegter Keeper
die ersten Aktionen der Gäste spektakulär entschärfte, schlug
man vorne selbst zwei Mal zu (25. und 32.). Die schön
herausgespielten Treffer vor unserer Nase sorgten bei meinem
Nebenmann hinter der Bande für wilde Jubelsprünge, die ich in
dieser Intensität selten erleben durfte. Nach dem zweiten
Treffer und zum Stand Halbzeitpause, stände DVS ’33 somit im
Halbfinale. Tatsächlich glaubte ich für den zweiten Durchgang
eher an einen Kantersieg der Gastgeber als an ein Comeback des
FC Rijnvogels. Der vielzitierte Fußballgott meinte es jedoch gut
mit den Gästen. Ermelo versäbelte einerseits etliche Chancen und
fing sich hinten zwei ganz krumme Dinger. Der zu Gunsten der
Katwijker entscheidende Ausgleich resultierte aus einem
unhaltbar abgefälschten Schuss, der sich hinter dem Schnapper
ins Netz senkte (84.). Während eine Seite ausgelassen feierte,
konnte die andere ihr Pech kaum fassen. Für mich ging es indes
weiter nach Huizen zum Spiel Nummer zwei.
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