| |
Läuft lange alles so wie geplant, muss
irgendwann ein Ausrutscher kommen. So bei mir geschehen an
meinem letzten Wochenende der noch aktuellen Saison. Ziel waren
zum vierten Mal in Folge die Playoff-Begegnungen des
niederländischen Amateurfußballs. In der Annahme, die von mir
auserwählte Partie zwischen dem EVV Echt und SteDoCo aus
Hoornaar würde am frühen Nachmittag angepfiffen werden, brachen
Alex, Lynn und ich am Morgen in Richtung Limburg auf. Dort
wartete mit dem Ausgangspunkt Hompesche Windmühle ein schöner
Wanderweg auf uns. Dort wo die Niederlande, eingekesselt von
Belgien und Deutschland, nur gut fünf Kilometer schmal ist,
wanderten wir um den Mühlensee, über einen Damm aus Findlingen
durch das Wasser und vorbei an weidenden Kühen, ehe wir nach
zwei Stunden zufrieden wieder am Auto ankamen. Mit einem
Zwischenstopp im Supermarkt ging es für uns zum Echter Sportpark
In De Bandert. Doch irgendwie kam mir die Ruhe hier recht
schnell „spanisch“ vor.
Tatsächlich hatte ich da was bei den
Anstoßzeiten durcheinandergebracht und konnte mich im Netz
schnell versichern, dass die entscheidende Partie um den Auf-
(Echt) oder Abstieg (SteDoCo) in die oder aus der Derde Divisie
erst um 18 Uhr angepfiffen werden würde. Mit einem gut 16 Monate
alten Kleinkind im Gepäck war diese Anstoßzeit denkbar unbequem,
sodass wir vorerst den Heimweg antraten. Natürlich war ich im
ersten Moment konsterniert und wütend auf meinen überflüssigen
Fauxpas. Genauso flott hatte ich mich jedoch sortiert und
entschieden, nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause erneut nach
Echt aufzubrechen. Ich hatte das Spiel fest eingeplant und die
Entfernung von etwas mehr als hundert Kilometern war für mich
nicht wirklich der Rede wert. Auch bei meiner zweiten Ankunft
vier Stunden später war noch vergleichsweise wenig los auf dem
Parkplatz und später im Stadion. Immerhin kassierte man mich am
Eingang ab und ich sah die Keeper der Gäste beim Warm Up. Geht
doch.
Zum heutigen Spielort gibt es abermals
wenig zu sagen. Wieder ein Kunstrasenplatz. Wieder eine
bescheidene und ziemlich alte Tribüne. Wieder ein Vereinsheim
auf der anderen Längsseite. Das angesprochene Klubhaus ist ein
Neubau, der mich ein wenig an die Front eines BMW-Autohauses
erinnerte. Drinnen gab es jedoch keine Bimmer sondern Pommes
Spezial, Mexicano und Biertje für mich. Gut gestärkt sah ich
eine ordentliche erste Hälfte, in der beide Teams Chancen
verbuchen, aber nicht nutzen konnten. Die Gäste aus der Derde
Divisie mussten sich im zweiten Durchgang strecken, wollten sie
die Klasse halten. Das Hinspiel in Hoornaar gewann Echt im
Dauerregen vor nur 300 Zuschauern mit 1:0. Dementsprechend groß
war der Jubel beim heimischen Anhang, als ein Flachschuss die
Hausherren nach einer Stunde auch im Rückspiel in Führung
brachte. Die EVV Echt schaffte es jedoch nicht die Spannung
hochzuhalten und verteidigte vor allem in der 78. Minute
schlampig und fang sich den unnötigen und reingestocherten
Ausgleich. Immenser Druck war das nicht, was da von den Gästen
kam. Trotzdem machte der Ausgleich die Schlussphase wie auch die
Nachspielzeit unheimlich spannend. Am Ende jubelte Echt über den
Aufstieg und ich war froh, den zweiten Versuch auf mich genommen
zu haben.
|
|