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Wenn nichts Wildes mehr passiert, wird die
Partie zwischen dem VfB Homberg und dem 1. FC Kleve meinen
Saisonabschluss markieren. Obwohl nicht sonderlich klangvoll und
auch ohne neuen Ground für mich, hatte es dieses Duell durchaus
in sich. Beide Mannschaften gingen auf einem Abstiegsplatz in
die Partie des letzten Spieltags und mussten nicht nur selbst
gewinnen, um die Klasse zu halten, sondern auch auf das Versagen
der Konkurrenz hoffen. Doch dazu später mehr. Ich wollte auch
dem Drumherum einen würdigen Rahmen geben und entschied mich
dazu, die Strecke von Walsum nach Homberg (und zurück) per pedes
zu absolvieren. In 50 Minuten huschte ich vorbei am
altehrwürdigen Schwelgernstadion, dem thyssenkrupp-Gelände und
über den Rhein zum VfB-Stadion an der Rheindeichstraße. Auch
wenn das Wetter wenig sommerlich daherkam, machten die knapp
zwölf Kilometer Laune und die Erfrischung nach der Ankunft am
Ground schmeckte etwas besser als sonst. So oder so war es gut,
dass ich nicht mit dem Auto angereist bin. So sehr ich das
Stadion des VfB auch mag, so abenteuerlich ist die
Parkplatzsituation bei gutbesuchten Spielen.
500 zahlende Zuschauer sind ein stolzer
Wert für eine Oberliga-Partie. Grob geschätzt waren wohl 200
Anhänger der Gäste unter den Besuchern. Immerhin konnten beide
Truppen mit einem eigenen Sieg die Chance auf den Verbleib in
der Oberliga wahren. Zusätzlich dazu, benötigte man jedoch auch
Niederlagen der besser positionierten Klubs aus Essen-Frintrop,
Meerbusch-Büderich und Monheim. Mit zwei Punkten mehr auf dem
Konto, war die Ausgangslage bei den Gästen aus Kleve etwas
aussichtsreicher. Ich beobachtete die Anfangsphase der
spannungsgeladenen Begegnung vom Naturwall hinter dem Tor. Von
dort aus sah und hörte ich eine halbwegs motivierte und aktive
Anhängerschaft aus Kleve mit Fahnen und Vorsänger. Auf dem Rasen
hatten die Hausherren jedoch etwas mehr vom Spiel. Die vielen
Fehler im Spielaufbau auf beiden Seiten zeigten allerdings,
warum man hier und heute zwei Kellerkinder der Liga in freier
Wildbahn beobachten durfte. Nach etwas mehr als 25 gespielten
Minuten machte ich mich auf den Weg hinter die Tribüne, um meine
Energiespeicher am Kuchenbuffet aufzufüllen. Natürlich verpasste
ich während meiner kurzen Abwesenheit das wohl schön
herausgespielte 1:0 des VfB Homberg. Ein Klassiker.
Nicht nur in der Halbzeitpause, nein
bereits im gesamten ersten Durchgang, glühten die Telefone der
anwesenden Zuschauer. Diverse Liveticker versorgten die Anhänger
beider Teams mit den Spielständen auf den anderen Plätzen. Aus
Sicht der Akteure in Homberg zeichnete sich ein fatales Bild ab.
Frintrop führte früh und deutlich gegen Dingden, Büderich hatte
zur Halbzeit die Nase vorn im Duell mit Baumberg und Monheim war
völlig überraschend gegen den Aufstiegsanwärter Ratingen
obenauf. Für Homberg und Kleve bedeutete diese Konstellation
nichts Gutes. Egal was man hier machen würde, man würde unter
dem Strich bleiben. Während sich in der Ferne nichts zu Gunsten
des VfB oder des 1. FC Kleve änderte, drehten die Gäste beim von
mir besuchten Spiel mit einem Doppelschlag die Partie.
Ismanovski schnürte binnen zwei Minuten (53. und 55.) einen
Doppelpack. Besonders sehenswert präsentierte sich der
Ausgleichstreffer. Der auch auf Schalke ausgebildete Spielmacher
dribbelte sich durch des Gegners Hälfte, bog an der
Strafraumkante umständlich ab und chippte den Ball über den
Homberger Kicker. Genützt hat es nichts. Kleve (41 Punkte) und
Homberg (36 Punkte) steigen in die Landesliga ab.
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