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Unser Urlaub in Vorarlberg neigte sich
langsam dem Ende zu. Auf die abschließenden Fußball- und
Wandermomente im kleinen Liechtenstein folgte für mich am
Freitagabend ein Spiel in der „großen“ österreichischen
Bundesliga. Nach Lustenau musste mit Altach schließlich auch der
zweite und andere Erstligist des westlichsten Bundeslands dran
glauben. Ich saß mit Alex und Lynn noch bis 45 Minuten vor
Anpfiff auf der Terrasse unserer Ferienwohnung und machte mich
denkbar knapp auf dem Weg zu Fuß zum Stadion Schnabelholz. Den
Pfad entlang eines kleinen Wasserlaufes hatten wir bereits an
unserem ersten Urlaubstag „getestet“. Das Stadion selbst hatten
wir etliche Mal gesehen, da dieses direkt an unserer
Autobahnausfahrt liegt. Somit war ich bei meiner Ankunft nicht
völlig von den Socken und begab mich direkt in meinen Block.
Vielleicht war es aber nicht nur die vermeintliche Routine,
sondern auch die wenig attraktive Paarung, in einem nicht
wirklich berauschenden Ground. Altach ist ein Dorfverein und
löst mit seiner Bundesligapräsenz bei den großen Fischen aus
Wien oder Graz sicherlich keine Jubelstürme aus.
Ähnliches lässt sich über die Gäste aus
Wattens sagen. Allein quantitativ vollendeten die Tiroler ein
wahnwitziges Zahlenwerk rund um die Partie. Altach mit 7.000
Einwohnern empfing Wattens mit 8.000 Einwohnern in einem Stadion
für etwas mehr als 8.000 Zuschauer. Dimensionen, die mich
vermuten ließen, dass ich – RB Salzburg bewusst ausgeklammert –
beim Bodensatz des österreichischen Erstligafußball angekommen
war. Diese vielleicht gemeine These bewahrheitete sich jedoch
beim Blick in die Kurven. Da ging auf beiden Seiten wirklich
wenig. Gut für mich, dass zumindest das lokale Fohrenburger Bier
und vor allem die rote Bratwurst mit scharfem Mostrich über den
Maßen ablieferten. Schon bei meinem letzten Bissen vermisste ich
die grandiose Wursttradition in den südlichen Gefilden.
Der zweite Spieltag der neuen
Bundesliga-Saison sollte für beide Teams eine Standortbestimmung
sein. Zwei Gegner auf Augenhöhe in einer Liga, die endlich nicht
mehr vom räudigen Produkt aus Salzburg bzw. Fuschl am See
dominiert wird. Dabei starteten die Gäste besser in die Partie,
erarbeiteten sich die ersten Möglichkeiten und gingen nach einem
Einwurf bereits in der 13. Minute in Führung. Lange glitzerte
diese nicht für das Team aus der Kristallstadt in Tirol. Bereits
sechs Minuten später spielten die Hausherren gekonnt und schnell
nach vorne und glichen in dieser Situation nahezu ohne Gegenwehr
aus. Links von mir jubelte der spärlich besetzte Sitz- und
Stehplatzbereich im Norden des Stadions - rechts von mir
verstummte der überschaubare Gästeanhang. Im zweiten Durchgang
passierte viel auf der von mir weit entfernten Seite des
Spielfelds. Die Heimelf drehte gute zehn Minuten nach
Wiederanpfiff durch einen schönen Flachschuss von Massombo die
Partie. Während ich mich an meiner zweiten Runde Bier und Wurst
erfreute, blieb das Spiel spannend. Dazu trugen ein
zurückgenommener Elfmeter für Wattens und das entscheidende 3:1
(86.) bei. Ein wenig spektakulärer, aber durchaus würdiger
Abschluss für einen ereignisreichen und schönen Urlaub in
Österreichs wildem Westen.
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