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Etwas früher als gedacht kamen wir nach
einer mehrstündigen Autofahrt am frühen Sonntagnachmittag zurück
aus dem Urlaub. Der Kofferraum war recht schnell geleert und die
erste Waschmaschine befüllt, sodass sich ein recht großes
Zeitfenster öffnete. Alex und Lynn schmiedeten bereits eigene
Pläne und ich hatte natürlich auch ein Hopping-Ziel in der
Hinterhand. Meine „To-Do-Liste“ für meine obligatorisch zu
komplettierenden Ligen war für diese Spielzeit ungewöhnlich
lang. Vor allem die Aufsteiger in die NRW-Oberligen kamen nicht
aus dem üblichen Pool der Fahrstuhl-Klubs. So hatte ich in
Westfalen vier, am Mittelrhein drei und am Niederrhein zwei neue
Ziele auf dem Zettel. An den größten Block – die Oberliga
Westfalen – wollte ich mich heute heranwagen. Der Aufwand dafür
war denkbar gering. Ich saß also wieder im Auto und brachte die
etwas mehr als 30 Minuten Fahrtzeit vom Duisburger Norden in den
Bochumer Norden entspannt hinter mich. Die DJK TuS Hordel 1911
spielt dort nach 13 Jahren Abstinenz endlich wieder
fünftklassig. Ich freute mich über diesen Umstand, da ich im
Stadion Hordeler Heide bereits selbst über den Platz fegen
durfte.
In der Winterpause 2013/14 wechselte ich
aus meiner Heimat in der Ruhrgebiets-Fußball und schnürte nun
für den SV Vöde die Fußballschuhe. Ich kam als hoffnungsvoller
Offensivspieler für die stark abstiegsbedrohten Preußen und
durfte im ersten Testspiel bei der Hordeler Reserve als Stürmer
ran. Mir gelang ein Treffer und ich fühlte mich mit meiner Rolle
wohl. In der Vorbereitung kristallisierte sich dann trotzdem
eine Verwendung in der Defensive als gewinnbringender heraus.
Der freundschaftliche Kick in der Wintervorbereitung blieb einer
meiner letzten Abstecher in den Angriff. Bei meinem
Hopping-Besuch präsentierte ich mich ebenfalls nicht sonderlich
angriffslustig. Bei Temperaturen um die 30 Grad, schränkte ich
meinen Bewegungsradius stark ein. Zudem war nur ein Teil der
Anlage für die Zuschauenden geöffnet, da man für die zahlreichen
Gäste aus Erkenschwick einen großzügigen Gästebereich
vorbereitet hatte. Alles in allem sorgte das erste Spiel in der
neuen Spielklasse für einen starken Zuspruch und ein
stimmungsvolles Drumherum.
Vor allem im Schatten des Tribünendachs
wurde es richtig voll. Hier probierten auch die hauseigenen
„Ultras“ etwas Bewegung in die Massen zu bringen. Dieser Versuch
lief jedoch ähnlich erfolglos ab, wie der Auftritt der eigenen
Mannschaft. Der Favorit aus dem nahegelegenen Oer-Erkenschwick
ging bereits nach 14 Minuten in Führung. Mittelstürmer Heisinger
rannte mit viel Geschwindigkeit und Raum aufs Hordeler Tor zu
und blieb beim Abschluss nervenstark. Zum Zeitpunkt des
Torerfolgs hatte ich mich bereits von meinem Platz in der
prallen Sonne verabschiedet und fand einen zumindest teilweise
schattigen Fleck nahe dem Eingang. Die Sicht war von hier
äußerst bescheiden, ich merkte aber schnell, dass ich hier wenig
verpassen würde. Das Spiel war sehr zäh, fehlerbehaftet und
nicht wirklich schön anzuschauen. Das lag sicherlich auch an der
bereits thematisierten Hitze. Deutlich attraktiver wurde es in
der Schlussviertelstunde. Hordel wurde aktiver und drängte
erfolgreich auf den Ausgleich. Nach zwei zu kurzen und vom gut
postierten Verteidiger weggeköpften Ecken brachte der dritte
Versuch im Nachsetzen das 1:1 (75.). Die letzten Spielminuten
waren dann komplett offen. Sowohl die Gäste als auch die
Hausherren hatten den Siegtreffer mehrmals auf dem Fuß und
scheiterten dramatisch. Knüpft die Heimelf an die Schlussphase
an, hat sie durchaus die Chance in der Oberliga zu bestehen.
Alles davor war zu wenig.
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