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Jede Saison aufs Neue schaut man gespannt
auf die Neuzugänge in seinen bereits komplettierten Ligen. Somit
fiel mein Blick auch auf das aktualisierte Teilnehmerfeld der
Oberliga Niederrhein. Hier gab es neben den „Comebackern“ aus
Essen-Frintrop mit Dingden, Jüchen und der Holzheimer SG drei
Aufsteiger, deren Spielstätten ich bisher noch nicht besucht
hatte. Bereits Ende August poppte mit der HSG der erste Neuling
mit einem Spiel unter der Woche auf und rückte somit früh in
mein Blickfeld. Ähnlich sah es bei Daniel aus, mit dem ich mich
für diesen spätsommerlichen Donnerstagabend im südwestlichen
Neusser Stadtteil Holzheim verabredete. Nach dem Abendessen ging
es in sportlichen 45 Minuten von Duisburg nach Neuss, wo ich so
früh aufschlug, dass die Parkplatzsuche noch kein Problem
darstellte. Das sollte sich mit dem näher rückenden Anpfiff wohl
ändern, auch da bereits am dritten Spieltag das „Derby“ gegen
den Mitaufsteiger VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler anstand. Doch
noch hatte ich viel Zeit und Raum um den unspektakulären
Kunstrasenplatz zu umrunden und ein paar nichtssagende Bilder zu
schießen.
Im Anschluss wurde das kulinarische Angebot
des Aufsteigers auf seine Oberliga-Tauglichkeit getestet. Noch
vor dem ersten Happen der Mantaplatte durfte ich über die
Personalausstattung des örtlichen Caterers staunen. Stolze vier
Personen bewirtschafteten den Imbisswagen und zauberten für mich
die Kombination aus Currywurst und Pommes. So solide sich die
Verpflegung präsentierte, so vogelwild entwickelte sich rund um
den angedachten Anpfiff das Wetter. Plötzlich zogen dunkle
Wolken über den Platz und mehrere kurze, aber intensive Böen
fegten das erste Herbstlaub von den Bäumen aufs Spielfeld.
Obwohl die ungemütlichen Aussichten für jeden sichtbar und zum
Glück trocken vorbeizogen, zeigte sich das Schiedsrichtergespann
in der Bewertung der Situation als sehr risikoavers. Die
Mannschaften waren vor vollem Haus eingelaufen, hatten sich im
Kreis motiviert und anschließend aufgestellt, als man alle
Akteure wieder zurück in die Kabine schickte. Dem dicht
gedrängten Publikum fiel es schwer, dieser Einschätzung zu einem
möglichen Gewitter-Geschehen zu folgen. So kam es, dass Daniel
trotz diverser Staus, Parkplatzsuche und der daraus entstehenden
Verspätung trotzdem pünktlich zum Anpfiff mit mir hinter der
Bande stand. Für mich bedeutete das zweimalige Auflaufen der
Teams vor dem Anpfiff ein Novum in über 1200 besuchten Spielen.
Das Duell der beiden Aufsteiger war dann
wenig erquicklich. Selten freute ich mich so über die
Gesellschaft und den Austausch wie an diesem torlosen
Fußball-Abend. Auf der Johann-Dahmen-Sportanlage dürften allen
Beobachtern recht schnell klar gewesen sein, dass diese Partie
sich wie ein typisches Null-zu-Null präsentiert und so kam es
letztendlich auch. Nach drei Spielen haben die Hausherren bei
einem minimalistischen Torverhältnis von 0:1 immerhin die
dementsprechenden zwei Punkte auf dem Konto. Dabei waren die
Holzheimer keinesfalls schlecht, aber eben denkbar harmlos in
des Gegners Strafraum. Sollte man diese Ladehemmung nicht bald
ablegen, wird es trotz der bisher standhaften Defensive eine
schwierige Oberliga-Mission. Das von den Referees gefürchtete
Gewitter blieb indes während des gesamten Spiels Kilometer weit
entfernt in unserem Rücken. Immerhin sorgte dieses für einige
„Lichtblicke“ an diesem fußballerisch mauen Abend auf einer
Anlage, die man ebenso wenig im Gedächtnis behalten wird wie die
Partie selbst.
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