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logo_schalke   FC SCHALKE 04 1
     
logo_h96   HANNOVER 96 2
Halbzeitstand 1:0
 
Fr., 14.03.2025 - 18:30 Uhr
Tore:
1:0 Antwi-Adjej (27.)  
  1:1 Rochelt (87.)
  1:2 Nielsen (88.)
   
   
   
   
   
Veltins-Arena, Gelsenkirchen
62.077 Zuschauer
2. Bundesliga (DE II)
26. Spieltag 24/25
 
Ticket: 12 Euro - Dauerkarte - Stehplatz Kurve
 
 
 
 
 
 

Seitdem ich Spielberichte auf dieser Website poste, denke ich bereits während der Spiele oder nach Abpfiff nicht selten in Formulieren, Beschreibungen oder schnippischen Kommentaren, mit denen ich das digitale weiße Blatt Papier im Anschluss füllen kann. In den seltensten Fällen gelingt es mir, die spontanen Gedanken Stunden oder Tage später zu konservieren und schlussendlich niederzuschreiben. Nach Partien der Schalker Knappen ist die Lücke zwischen dem Gedachten und Geschriebenen meist besonders groß. Das ist nicht unbedingt schlecht, da ein bisschen Abstand vor allem nach Niederlagen ein paar fehlgeleitete Emotionen aus den Zeilen nimmt. Nun gibt es aber „solche“ und „solche“ Niederlagen. Schießt uns ein Gegner an einem schlechten Tag mit vier, fünf Toren aus der Arena, kann ich das vergleichsweise gut verarbeiten. Ich sitze dann beim Abpfiff meist schon im Auto und freue mich auf daheim. Schwerer fällt das Ganze bereits bei einer der zahlreichen Niederlagen in der Fremde. Am meisten nagen jedoch die absolut überflüssigen Niederlagen und fahrlässig hergeschenkten Punkte an mir.

Wohin die Reise für den S04 an diesem Freitagabend gehen sollte, war mal wieder ungewiss. Zum ersten Mal seit knapp drei Jahrzehnten hatten die Knappen es tatsächlich vollbracht, zwei Siege am Stück zu feiern. Wie man diese errang, ist dabei aber durchaus von Bedeutung. Sowohl gegen Münster als auch in Berlin hat man sich vor Glück beschissen. Vor allem was die Hertha vor dem Schalker Tor veranstaltete, grenzte an Wahnwitz. Das auch ein drittes Spiel in Folge ähnlich verlaufen wird, ist denkbar unwahrscheinlich. Doch genau diese Serie schien Schalke im Bunde mit der Glücksgöttin Fortuna auch im Heimspiel gegen Hannover fortsetzen zu wollen. In der natürlich ausverkauften Arena entwickelte sich ein sehr behäbiges und von Fehlpässen durchzogenes Spiel. Blendete man die 62.000 Zuschauer und das imposante Bauwerk aus, hätte man die Leistungen beider Teams durchaus auf einen mit Maulwurfshügeln übersäten Sportplatz in die westfälische Provinz verorten können. Selbst in der Kreisklasse begegnen einem - anders als heute auf dem Berger Feld - Passtaffeten, die mehr als zwei Stationen überstehen. Trotz des wenig ansehnlichen Spiels und der merkwürdigen Stimmung in der Arena, blieben flächendeckende Beschwerden aus. Irgendwie gelang dem S04 nämlich dank einer Abfolge von günstigen Zufällen in der 27. Minute ein Treffer. Antwi-Adjej brachte den Ball bei seinem Premierentreffer schlussendlich mit dem Knie im gegnerischen Tor unter.

Gegen eine schwache Hannoveraner Truppe hätte man jedoch ruhig mit zwei Toren Vorsprung in die Pause gehen können. So blieb 96 natürlich im Spiel, ohne dabei ähnlich zwingend zu werden wie die Hertha am vergangenen Samstag. Die Hausherren kamen nämlich weiterhin regelmäßig vors Tor der Gegner und ließen neben der vorauszusetzenden Unfähigkeit auch leicht arrogante Tendenzen erkennen. Statt den Abschluss zu suchen, gab es den bekannten Haken zu viel. Ja, Schalke macht eben Schalke-Sachen. Dass man diese bekloppte Partie am Ende nicht siegreich über die Ziellinie bekommt, ist jedoch völlig unverständlich. Dass man sich in der 87. und 88. Minute gleich zwei Treffer gegen eine niedersächsische Rumpeltruppe par excellence einfängt und am Ende mit leeren Händen dasteht, ist einfach nur bodenlos. Dass man mir die letzte vage Hoffnung auf ein Mitmischen im Aufstiegsrennen nimmt, nehme ich persönlich.