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In der vergangenen Saison bespielte die
Reserve von Sparta Rotterdam in der dritten Liga das ikonische
Stadion der Profis. Dies änderte sich zur neuen Spielzeit, in
der die Nachwuchsmannschaft auf dem vereinseigenen Gelände
„Nieuw Terbregge“ seine neue und wohl auch zukünftige Heimat
gefunden hat. Somit sorgte auch Sparta dafür, dass ich mich
ordentlich ranhalten musste, wollte ich auch für 2024/25
„Niederlande komplett“ melden. Zu den beiden Aufsteigern
Barendrecht und RKAV Volendam gesellten sich Almere und eben
Sparta mit ihren beiden Amateurstadien. Als würden vier offene
Baustellen nicht reichen, bestreitet der Koninklijke HFC seine
Heimspiele in dieser Saison in Heemstede. Mit dem Besuch des
Zweitliga-Neubaus in Helmond und des Exil-Spielorts der
Haarlemer werde ich Anfang Mai hoffentlich Vollzug melden
können. Doch immer der Reihe nach. An diesem wettertechnisch
etwas durchwachsenen Samstag ging es für mich mal wieder nach
Rotterdam. War die Fahrt auf der Autobahn entspannt und
staufrei, durfte ich mich auf den letzten Metern durch den
innerstädtischen Verkehr der Hafenstadt parken. Immerhin hatte
die nervige Verzögerung keine Folgen, da ausreichend Parkplätze
am Gelände zur Verfügung standen und das selbige ausnahmslos
(kosten-)frei zu passieren war.
Der Hauptplatz im Sportpark mit seiner
„schwebenden“ Tribüne ist das Herzstück einer typischen
niederländischen Sportanlage mit sechs Plätzen. Sparta teilt
sich das Gelände mit dem Amateurklub RV&AV Sparta, sodass auf
allen Plätzen reichlich Betrieb zu beobachten war. Da es keine
Kasse für die Partie der Tweede Divisie gab, war es schwer
auszumachen, wer für welches Duell anwesend war. Immer wieder
wechselten die Zuschauer räumlich und was ihre Aufmerksamkeit
anging, zwischen den Spielfeldern auf denen Kinder, Jugendliche,
Frauen und die Drittliga-Akteure kickten. Ich konzentrierte mich
selbstverständlich auf das Duell zwischen Jong Sparta und dem
Aufsteiger BVV Barendrecht, das um 15 Uhr angepfiffen werden
sollte. Anders als in anderen Ligen, schlagen sich die
Aufsteiger in Hollands dritter Liga sehr passabel, sodass
Barendrecht in der oberen Tabellenhälfte und damit auch vor den
heutigen Gastgebern rangiert. Eine vermeintliche Favoritenrolle
konnte man den Gästen jedoch nicht zuschreiben und die
entsprechende Eigeninitiative war ebenso nicht erkennbar. Im
Rückblick fällt es mir wirklich schwer, irgendetwas greifbares
aus dem stinklangweiligen ersten Durchgang zu berichten. Da
lohnte sich tatsächlich der 15-minütige Blick auf den von
Teenagern bespielten Nebenplatz. Dort passierte eindeutig mehr.
Kurz nach dem Wiederanpfiff steuerte ich
das moderne und erstaunlich gemütliche Vereinsheim an. Auch auf
Spartas Nachwuchs-Campus offerierte die Küche ein Menü, das man
sonst nur aus den landestypischen Snackbars kennt. Leider war
das Angebot vielversprechender als die Geschwindigkeit der
Zubereitung. Die Zubereitung meiner Pommes dauerte eine
Viertelstunde und ließ mich das erste Tor des Tages verpassen.
Immerhin trat ich mit meinem späten Mittagessen pünktlich genug
ins Licht, um den Jubel der Hausherren mitzuerleben (64.). Zum
Glück blieb dieser Treffer nicht der einzige des Tages. Sechs
Minuten später, dieses Mal mit meiner vollen Aufmerksamkeit,
klingelte es erneut im Kasten der Gäste. Danach passierte nicht
mehr viel, sodass ich nach einer mauen Partie einen letzten
Blick auf die stolze Windmühle „Prinsenmole“ nördlich des
Platzes warf und mich umgehend auf den Heimweg machte.
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