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logo_msv   MSV DUISBURG 4
     
logo_koln_fc   1. FC KÖLN 4
Halbzeitstand 2:1
 
Mi., 10.04.2019 - 18:30 Uhr
Tore:
1:0 Stoppelkam (2.)  
  1:1 Cordoba (24.)
2:1 Fröde (29.)  
  2:2 Schaub (47.)
  2:3 Cordoba (53.)
  2:4 Terodde (54.)
3:4 Stoppelkamp (71.)  
4:4 Wolze (81.)  
Schauinsland-Reisen-Arena, Duisburg
25.675 Zuschauer
2. Bundesliga (DE II)
26. Spieltag 18/19
 
 
Ticket: 31 Euro - Vorverkauf - Sitzplatz Gegenrade
 
 
 
 
 
 

Spielausfälle sind in den ersten beiden Ligen Deutschlands eine echte Seltenheit. Moderne Stadien mit allerhand Technik im und unter dem Grün sorgen dafür, dass man nahezu bei jeder Witterung kicken kann. Daher kann man die Absage der Partie zwischen Duisburg und dem FC durchaus als Kuriosum bezeichnen. Wenige Stunden vor dem ursprünglichen Austragungstermin am 26. Spieltag haben die Mieter aus Krefeld den Rasen des Wedaustadions im Rahmen ihrer eigenen Drittligabegegnung dermaßen umpflügt, dass eine Verschiebung unausweichlich war. Nun ist das Duell zwischen dem MSV und den Kölnern kein 0815-Spiel. Hier gibt es schon einen gewissen Derbycharakter und das Spiel zwischen dem Spitzenreiter aus Kölle und dem Schlusslicht bürgt natürlich großen Raum für Sensationen. Somit kaufte ich drei Tickets für Alex, Andre und mich. Das ganze ganz klassisch am Kiosk um die Ecke, so wie es wohl in der guten alten Zeit gewesen sein muss. Bevor es am frühen Mittwochabend in den Duisburger Süden ging, brutzelte ich in der Nachmittagssonne auf unserem neuen Grill ein paar Würste. Jeder, der das abscheuliche Catering beim MSV kennt, wird diesen cleveren Schachzug nachvollziehen können.

Mit leichten Anzeichen eines Sonnenbrands ging es per Auto Richtung Stadion. Wir kämpften uns durch den unerwartet zähen Verkehr und bestaunten vor Ort die riesige Polizeipräsenz. Etwas abseits der Cops fanden wir einen annehmbaren Parkplatz und machten uns schließlich zu Fuß auf den Weg. Mit uns zog es die Gästefans Richtung Spielstätte. Gute 6.000 Kölner unter den 26.000 Zuschauern sorgten für eine ganz nette Atmosphäre. Auch wenn ich mit den Domstädtern wenig bis gar nichts anfangen kann, macht es schon Spaß, wenn sich zwei ambitionierte Fangruppen gegenüberstehen. Wir saßen im Oberrang zwischen den Fronten und hatten eine gute Sicht auf beide Kurven. Noch vor dem Anpfiff sorgten die Heimfans für Kopfschütteln, als sie mal wieder eine Choreo vergeigten. Zu spät, ein völlig verzerrtes Bild und eine zweite Blockfahne, mit der die halbe Kurve nicht mehr rechnete. Ich glaube, dass sich etliche Ultra-Gruppierungen nach so vielen versemmelten Kurvenbildern bereits aus Scham aufgelöst hätten. Die Gegenseite sorgte ebenfalls für Fremdschämen, als ein Fan im Oberrang ein einzelnes Bengalo zündete und sich ungeschützt von dutzenden Kameras aufnehmen ließ. Das war an Fahrlässigkeit oder gar Dummheit eigentlich nicht mehr zu Überbieten.

Nach 90 Minuten ließ uns auch das Spiel ungläubig zurück. Hatten wir hier gerade wirklich ein 4:4 erlebt? Sahen wir hier tatsächlich ein munteres Hin und Her bei dem der Tabellenletzte schlussendlich einen zwei-Tore-Rückstand gegen den Klassenprimus wettmachte und am Ende dem Sieg näher war als die Geißböcke? Ja und ja. Wir wurden Zeuge einer überraschend umkämpften, intensiven und vor allem ausgeglichenen Partie. Der bockstarke MSV-Kicker Stoppelkamp rief seine beste Saisonleistung ab und steuerte neben dem vielumjubelten Führungstreffer in der zweiten Minute ein weiteres Tor zum Schützenfest bei. Der Außenstürmer konnte seine Kritiker hinter uns trotzdem nicht von seinen durchaus sichtbaren Qualitäten überzeugen. Auf Seiten der Kölner trug sich Jhon Cordoba ebenfalls doppelt in die Torschützenliste ein. Wir konnten das Spiel in vollen Zügen genießen und nach dieser furiosen Darbietung fragte ich mich, wie ich eigentlich die mauen 0:0s, die es natürlich ebenso gibt, überlebe. Das heutige Remis half letztendlich den fast sicher aufgestiegenen Kölnern mehr als den Außenseitern vom MSV. Trotzdem war das eine bockstarke Leistung der Zebras.