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  FC CODRU LOZOVA 0
   
  FC PETROCUB 1
Halbzeitstand 0:0
 
Do., 30.05.2019 - 17:00 Uhr
Tore:
  0:1 Gulceac (50.)
   
   
   
   
   
   
   
Stadion Zimbru 2, Chisinau
100 Zuschauer
Divizia Nationala (MD I)
12. Spieltag 18/19
 
Ticket: kostenlos ohne Ticket
 
 
 
 
 
 

Reisen in so geheimnisvolle Länder wie die Republik Moldau machen schon alleine bei ihrer Ankündigung Spaß. Egal wem man von einem Ausflug in das unbeliebteste Reiseziel Europas erzählte - die Reaktion war zumeist ein Kopfschütteln. Für einen Menschen außerhalb der Hopperblase gibt es in dem kleinen Land zwischen der Ukraine und Rumänien auch kaum etwas zu sehen. Die Hauptstadt Chisinau ist ein ziemliches Moloch und die Landschaft bietet keine wirklichen Highlights wie bspw. imposante Berge und als Binnenstaat auch keinen Strand. Trotzdem ist es natürlich verlockend, eine Städtereise ganz ohne andere Touristen zu erleben. In Chisinau ist dies noch möglich. So freute ich mich natürlich, als ich über Himmelfahrt die günstigen und zeitlich hervorragend passenden Flüge ab Charleroi nach Moldawien entdeckte. Der prall gefüllte Flieger landete bei herrlichem Sonnenschein auf dem Flughafen der moldawischen Hauptstadt, der nur wenig später von einem heftigen Unwetter heimgesucht werden sollte. Spontan teilte ich mir mit zwei anderen Schalkern, die die gleiche Idee für das verlängerte Wochenende hatten wie ich, ein Taxi. Dieses fuhr uns durch den Regen zu unseren jeweiligen Hotels. Der kurze Aufenthalt dort reichte jedoch nicht um die Klamotten zu trocknen.

Dies hätte auch wenig gebracht, da auch der trostlose Fußweg zum Nebenplatz des Stadion Zimbru nicht vom Regen verschont blieb. Die kalten Tropfen sollten uns zudem über die gesamte Spieldauer begleiten. Der erste Grund war also gefunden, warum sich an diesem Donnerstagnachmittag nur recht wenige Schaulustige auf der kleinen und leider nicht überdachten Sitzplatztribüne einfanden. Durch den Regen hindurch ließ sich ein recht interessantes Plattenbau-Panorama auf der gegenüberliegende Seite der Tribüne erkennen. Das heutige Spiel der ersten moldawischen Liga zwischen Lozova und Hincesti wanderte erst recht spät auf meinen Zettel. Dies lag wohl auch daran, dass die heutige Heimelf aus einem 50 Kilometer entfernten Dorf stammt und wohl nur ein Asyl in der Hauptstadt gefunden hat. Nach 45 gespielten Minuten waren wir von der Gesamtsituation bereits stark bedient. Der Kick setzte dem Wetter noch die Krone auf und irgendwie war mein 50. Länderpunkt in diesem Moment ein recht trauriges Vergnügen. Andererseits waren die Umstände auch recht lustig und so nahmen wir unser Schicksal mit Humor.

Nach der Pause dauerte es dann zumindest nicht lange, bis die 100 Zuschauer endlich ein Tor bestaunen konnten. Nachdem ein Verteidiger der Hausherren recht plump in den Schuss eines Gegners sprang und dabei seine Hände alles andere als unter Kontrolle hatte, entschied der Referee folgerichtig auf Strafstoß. Da dieser den Weg ins Tor fand und somit der Spielstand auf der manuellen Anzeigetafel aktualisiert wurde, wussten wir nun endlich auch, wer da unten auf dem Rasen eigentlich wer ist. Das Spiel blieb grottig, sodass die zahlreichen Carabinieri nicht viel verpassten, während sie mit dem Rücken zum Spielfeld standen. Wir suchten unseren Frieden abermals im Galgenhumor und bestaunten die vogelwilden Aktionen der Spieler, die nur noch von den Fangkünsten der Torwarte getoppt wurden. Das Niveau dieser Begegnung war schlichtweg unterirdisch. Trotz diverser Patzer konnte kein weiteres Kapital daraus geschlagen werden und so sahen wir im ersten von drei Spielen das denkbar lahmste 0:1, das man sich vorstellen kann. Im Anschluss ermittelten wir live den BigMac Index und brachen recht erschöpft wieder gen Unterkünfte auf. Morgen konnte es nur besser werden.

Fotos Sightseeing