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  RFC LIEGE 3
   
  PATRO EISDEN 1
Halbzeitstand 2:1
 
So., 12.01.2020 - 15:00 Uhr
Tore:
  0:1 Bustin (ET., 16.)
1:1 Teruel (32.)  
2:1 Mouchamps (38.)  
3:1 Bangoura (57.)  
   
   
   
   
Stade Rue de la Tonne, Lüttich
2.200 Zuschauer
Eerste Klasse Amateurs (BE III)
17. Spieltag 19/20
 
 
Ticket: 10 Euro - Tageskasse - Stehplatz Kurve
 
 
 
 
 
 

Der deutsche Fußball verweilt noch in der Winterpause und ist entweder gerade aus dem Trainingslager zurück oder fliegt unterhalb der 1. Bundesliga in diesen Tagen gen Süden. Dem inländischen Fußball ist die Winterpause trotz modernen Stadien und Arenen heilig, während man in vielen anderen europäischen Ligen rund um den Jahreswechsel weiterkickt. So auch in Belgien, wo sogar die Amateure dem in unserer heutigen Zeit gar nicht mehr so kaltem Winter trotzen. Somit bot sich mir nach den jüngsten Ausflügen zum Eishockey und Basketball bereits am zweiten Wochenende des neuen Jahres ein respektabler Kick in unserem Nachbarland an. Auch Daniel hatte die sonntägliche Tour zum RFC Liege bereits im Terminkalender vermerkt, sodass wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Lüttich machten. Wir fuhren am späten Vormittag extra etwas früher los, um das touristische Highlight Lüttichs zu genießen. Ich rede nicht von den bekannten tief gemusterten Waffeln, sondern von der Montagne de Beuren. Wir parkten oberhalb der imposanten Treppe mit ihren 374 Stufen und stiegen sie zuerst hinab, um sie danach mühevoll zu erklimmen. Als Belohnung für die sportliche Höchstleistung, folgte, wie sollte es anders sein, ein reichhaltiger Frituurbesuch.

Wir waren also bereit für das wenig später stattfindende Spiel zwischen dem RFC Liege und Patro Eisden. Der Weg zum Stadion war für uns recht kurz. Der traditionsreiche RFC Lüttich, immerhin in grauer Vorzeit mehrmaliger belgischer Meister, kann das von sich nicht behaupten. Zwischen 1995 und 2015 war der stolze Club nach dem Abriss des Stade Velodrome heimatlos. Mittlerweile bis in den Amateurfußball durchgereicht, wich der RFC nach Tilleur, Seraing und Ans aus. Der neue Ground liegt unweit des alten Stadions in einem Gewerbegebiet am Stadtrand. Von der Straße aus lässt sich das Gelände nicht als Sportstätte erkennen und ist bei näherer Betrachtung eher zweckmäßig als schön. Am Spielfeld kann man zwischen einer Sitzplatztribüne, einer Stehtribüne hinterm Tor sowie einem VIP-Bereich wählen. Wir entschieden uns für die günstigste Variante und mischten uns unter die zumeist betagten Anhänger der Heimfans. Ich freute mich über das zunehmend dichte Gedränge auf den Rängen, hatte ich doch meine Jacke beim Umsteigen in Daniels Auto auf meiner Rückbank liegen lassen. Auch wenn es zog, wurde einem Dank des Spiels doch recht warm ums Herz.

Die kriselnden Hausherren hatten ihren Trainer gewechselt, sodass der neue Coach Brncic heute sein Debüt feierte. Und das was wir sahen, sah ganz gut aus. Nach 15 Minuten überwogen jedoch vorerst die langen Gesichter. Ein unglückliches Eigentor nach einer Hereingabe von der linken Seite eröffnete die Partie zu Gunsten der Gäste. Auf der von uns aus gesehen gegenüberliegenden Seite des Platzes freuten sich die durchaus zahlreich mitgereisten Anhänger aus Maasmechelen. Phasenweise war die Begegnung nun gefährlich ruppig. Vor allem die in weiß spielenden Gäste langten ordentlich zu. Nachdem sich die Gemüter etwas beruhigt hatten, drehte die Heimelf völlig verdient mit einem Kopfballtreffer nach einer Ecke sowie einem Foulelfmeter die Partie (32. und 38.). Der Höhepunkt des Spiels erwartete uns dann nach 58 gespielten Minuten. Es kam die Sternstunde des Yady Bangoura. Lüttichs guineischer Angreifer zauberte sich irgendwie mit dem Ball am Fuß im Strafraum frei und drosch den Ball bei der erstbesten Gelegenheit in die Maschen. Vor uns entstand eine Jubeltraube rund um den 23-jährigen, der vor der Bande unter den Anhängern verschwand. Ein grandioser Auftakt ins neue Fußballjahr!